Programmierschleifen im Alltag: Kakao
Heute möchte ich an dieser Stelle eine neue Kategorie vorstellen: Programmierschleifen im Alltag. Erst kürzlich fiel mir in einer alltäglichen Situation auf, dass deren Ablauf doch sehr einer Schleife ähnelt. Diese hat nämlich in der Programmierung normalerweise den Auftrag, einen bestimmten Anweisungsblock immer wieder zu durchlaufen, bis sie durch eine Abbruchbedingung beendet wird.
...und wie immer begann alles ganz harmlos: Der Kakao war alle...
...und wie immer begann alles ganz harmlos: Der Kakao war alle...
Das Ungewöhnliche daran war allerdings die Tatsache, dass ich erst Anfang der Woche neuen Kakao gekauft hatte...und mich nicht daran erinnern konnte, dass ich (oder Kess) so viel Kakao in einer Woche konsumiert haben sollte.
Und die Kinder machen das doch auch nicht...oder?
Dummerweise bin ich ja ziemlich neugierig...und wenn hier in der Wohnung der Kakao auf unerklärliche Weise verschwindet, muss ich natürlich sofort rauskriegen, warum. Also wagte ich beim nächsten gekauften Kakao ein Experiment, wofür mich der eine oder andere sicher als paranoiden Freak beschimpft: Ich wog jeden Tag den Kakaobehälter samt Inhalt, um herauszufinden, wie schnell der Kakaopegel abnimmt...natürlich nicht ohne vorher alle erwachsenen Mitbewohner zu instruieren, dass die nächsten Tage kein Kakao konsumiert werden darf.
Ergebnis: 50 Gramm am Tag! \*eek\*
Aber wenn keiner von den Erwachsenen in der Familie Kakao trinkt, wo gehen die 50 Gramm am Tag denn hin? Es trinkt doch nur das älteste Kind morgens einen Kakao, bevor es in die Schule geht...natürlich wurde seitens der Erziehungsberechtigten immer darauf
hingewiesen, dass man in eine Tasse Milch nicht übermäßig viele Löffel
Kakaopulver geben soll. Also mal beobachten...
...und eines Morgens wurde ich Zeuge eines erstaunlichen Schauspiels.
Aber was ich dort sah, erklärte auch den rapide abnehmenden Kakaopegel. Ich sah folgendes:
- Das Kind füllt Milch in eine Tasse.
- Es werden zwei Teelöffel Kakao hineingelöffelt.
- Es wird einmal halbherzig umgerührt.
- Es wird in die Tasse geblickt: KAKAOKLUMPEN! LECKER! Das Gesicht hellt sich auf.
- Diese werden umgehend ausgelöffelt.
- Es wird in die Tasse geblickt:Och Manno! Mein Kakao ist nicht braun genug! Das Gesicht verdunkelt sich.
- Es werden zwei Teelöffel Kakao hineingelöffelt.
- ...
...und so weiter und so weiter...
Faszinierender Anblick. Vor allem, wenn man darin eine typische Programmierschleife erkannt hat und sich dessen bewusst wird. Da könnte man dann ewig stehen bleiben und den Ablauf an sich bewundern...
...wenn man sich nicht irgendwann daran erinnert, dass dieser Kakaokonsum sicherlich nachteilig für die Gesundheit des Kindes und den eigenen Geldbeutel ist. Dann initiiert man schon mal eine Abbruchbedingung, bevor das Ganze in eine Endlosschleife ausartet.
"...\*räusper\*...ääähm, musst du nicht bald los in die Schule?"
"...(schreckt hoch)...ääh, oh...ja, JA! Ich muss jetzt los!"
"...pass auf, dass du bei deinem hohen Zuckerpegel kein Auto auf dem Schulweg übersiehst..."
"...hä?"
"...schon gut. :-)"
Tja...daher bleibt jetzt seit neuestem der Kakao einfach alle und wird nicht mehr nachgefüllt. Mal gucken, wie sich der Entzug auf den Zuckerhaushalt auswirkt...rein rechnerisch darf er frühestens in einem Monat wieder Kakao trinken.
Und die Kinder machen das doch auch nicht...oder?
Dummerweise bin ich ja ziemlich neugierig...und wenn hier in der Wohnung der Kakao auf unerklärliche Weise verschwindet, muss ich natürlich sofort rauskriegen, warum. Also wagte ich beim nächsten gekauften Kakao ein Experiment, wofür mich der eine oder andere sicher als paranoiden Freak beschimpft: Ich wog jeden Tag den Kakaobehälter samt Inhalt, um herauszufinden, wie schnell der Kakaopegel abnimmt...natürlich nicht ohne vorher alle erwachsenen Mitbewohner zu instruieren, dass die nächsten Tage kein Kakao konsumiert werden darf.
Ergebnis: 50 Gramm am Tag! \*eek\*
Aber wenn keiner von den Erwachsenen in der Familie Kakao trinkt, wo gehen die 50 Gramm am Tag denn hin? Es trinkt doch nur das älteste Kind morgens einen Kakao, bevor es in die Schule geht...natürlich wurde seitens der Erziehungsberechtigten immer darauf
hingewiesen, dass man in eine Tasse Milch nicht übermäßig viele Löffel
Kakaopulver geben soll. Also mal beobachten...
...und eines Morgens wurde ich Zeuge eines erstaunlichen Schauspiels.
Aber was ich dort sah, erklärte auch den rapide abnehmenden Kakaopegel. Ich sah folgendes:
- Das Kind füllt Milch in eine Tasse.
- Es werden zwei Teelöffel Kakao hineingelöffelt.
- Es wird einmal halbherzig umgerührt.
- Es wird in die Tasse geblickt: KAKAOKLUMPEN! LECKER! Das Gesicht hellt sich auf.
- Diese werden umgehend ausgelöffelt.
- Es wird in die Tasse geblickt:Och Manno! Mein Kakao ist nicht braun genug! Das Gesicht verdunkelt sich.
- Es werden zwei Teelöffel Kakao hineingelöffelt.
- ...
...und so weiter und so weiter...
Faszinierender Anblick. Vor allem, wenn man darin eine typische Programmierschleife erkannt hat und sich dessen bewusst wird. Da könnte man dann ewig stehen bleiben und den Ablauf an sich bewundern...
...wenn man sich nicht irgendwann daran erinnert, dass dieser Kakaokonsum sicherlich nachteilig für die Gesundheit des Kindes und den eigenen Geldbeutel ist. Dann initiiert man schon mal eine Abbruchbedingung, bevor das Ganze in eine Endlosschleife ausartet.
"...\*räusper\*...ääähm, musst du nicht bald los in die Schule?"
"...(schreckt hoch)...ääh, oh...ja, JA! Ich muss jetzt los!"
"...pass auf, dass du bei deinem hohen Zuckerpegel kein Auto auf dem Schulweg übersiehst..."
"...hä?"
"...schon gut. :-)"
Tja...daher bleibt jetzt seit neuestem der Kakao einfach alle und wird nicht mehr nachgefüllt. Mal gucken, wie sich der Entzug auf den Zuckerhaushalt auswirkt...rein rechnerisch darf er frühestens in einem Monat wieder Kakao trinken.
Tuesday, April 13. 2010


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