Titten im Film Noir
Manchmal muss auch ich etwas "plastischere" Überschriften benutzen, um die Anzahl der Leser dieses Blogs zu erhöhen. Allerdings ist es bei dieser Geschichte gar nicht nötig, da diese sich heute exakt so zugetragen hat.
...aber der Reihe nach...
...aber der Reihe nach...
Der geplagte Mitstreiter weiß, dass sich immer montags eine nicht unbedingt geringe Anzahl Medienwissenschaftler im Raum 01A02 einfindet, um der Vorlesung zum "Film Noir" zu lauschen. Heute jedoch gab es einen kleinen Exkurs zum Thema "Beleuchtung"...und dort wiederum tauchte plötzlich das Wort "Chiaroscuro" auf. Dies ist ein Gestaltungsmittel aus der Malerei, welches durch starke hell/dunkel-Kontraste die Räumlichkeit und den Ausdruck des Bildes hervorheben soll.
Als Beispiel wurde uns unter anderem das Bild "Der Heiratsvermittler" von Gerard van Honthorst gezeigt.
Doch als uns der Dozent anschließend dann die Frage stellte, was auf diesem Bild "am auffälligsten ist", musste ich mich schwer zusammenreißen, um nicht laut loszulachen.
Was ist an diesem Bild wohl am auffälligsten? Hmm...mal überlegen...die Kerze auf dem Tisch beleuchtet ja nur einen relativ kleinen Bereich. Und da der überaus üppige Balkon der Dame auf der rechten Seite nun mal die einzige größere Fläche ist, auf der sich das Licht nahezu problemlos ausbreiten kann, guckt man da natürlich zuerst hin.
Aber da ja auch immer noch die Frage des Dozenten im Raum steht, ist es nun verdächtig still...
Dieser versucht zu helfen, indem er nochmal auf Elemente hinweist, die im Bild nicht so wirklich zur Geltung kommen...in diesem Fall die beiden Männer im linken bis mittleren Bildbereich...
...leider hört man im Anschluss nur vereinzelte (männliche) Stimmen aus dem Plenum "Oh, da sind ja auch Männer auf dem Bild...", "...die hatte ich grad gar nicht gesehen...", etc., etc.
Mir hingegen platzen gleich ein paar Äderchen, weil ich immer noch versuche, NICHT zu lachen...erschwerend kommt hinzu, dass ich nun auch die zwei Jungs auf dem Bild wahrnehme...wovon der mittlere durch die Haltung seiner Hand schon fast andeutet, als wollte er ihre Brust abwiegen...
...alleine bei der Vorstellung kann ich nicht mehr an mich halten und fange reflexartig an zu husten...
...dabei sehe ich den anderen Typen am linken Bildrand, der (und jetzt bitte ganz genau auf dem Bild nachprüfen, was ich sage) MIT SEINEM FINGER AUF DIE LINKE FRAUENBRUST ZEIGT, WO SICH MEHR ODER WENIGER ÜBERDEUTLICH EIN RAUSGUCKENDER NIPPEL BEMERKBAR MACHT! Passend dazu hat er ein debiles Grinsen im Gesicht, wozu zu guter Letzt nur noch eine Sprechblase mit dem Inhalt "...höhö...Titten..." fehlt.
Aber es hat immer noch niemand aus dem Plenum die Frage beantwortet...ob ich mich einfach melde und mit debilem Gesichtsausdruck "...höhö...Titten..." sage? Warum sagt denn eigentlich sonst niemand was?
Doch da ist es auch schon zu spät: Der Dozent beantwortet seine Frage selbst...mit einem wissenschaftlich angemesseneren Ausdruck:
"...man sieht doch, dass hier das Hauptaugenmerk auf dem Dekolleté liegt..."
Puh, das ist meine Rettung...der Begriff "Dekolleté" klingt schon gleich viel unlustiger. Somit habe ich auch die Möglichkeit, mich wieder ein wenig zu fangen.
Was mich an dieser Stelle aber ganz dringend interessieren würde: Gibt es eventuell eine tiefergehende Bedeutungsinterpretation dieses Bildes, welches meinen dann doch etwas zu männlich-einseitigen Gedankengang untermauert? Kann ja sein, dass Frauen zuerst woanders hingucken...zum Beispiel auf den extravaganten Kopfschmuck der Dame...oder das Instrument in ihrer Hand. Meine einzige weibliche Testperson, der ich dieses Bild zeigte, fragte mich z.B. als erstes: "Warum hat die ein Paddel in der Hand?".
Ich hatte ja gerade schon mal Google nach verwertbarem Material bemüht, aber auf die Schnelle nichts gefunden. Ich tippe ja schon darauf, dass ich nicht der einzige Typ im Plenum war, der diesen Gedanken hatte...
...bzw. HOFFE ich das...
Falls jemand noch etwas analytisch-verwertbares ausgräbt, darf dies hier gerne in den Kommentaren gepostet werden...
Als Beispiel wurde uns unter anderem das Bild "Der Heiratsvermittler" von Gerard van Honthorst gezeigt.
Doch als uns der Dozent anschließend dann die Frage stellte, was auf diesem Bild "am auffälligsten ist", musste ich mich schwer zusammenreißen, um nicht laut loszulachen.
Aber da ja auch immer noch die Frage des Dozenten im Raum steht, ist es nun verdächtig still...
Dieser versucht zu helfen, indem er nochmal auf Elemente hinweist, die im Bild nicht so wirklich zur Geltung kommen...in diesem Fall die beiden Männer im linken bis mittleren Bildbereich...
...leider hört man im Anschluss nur vereinzelte (männliche) Stimmen aus dem Plenum "Oh, da sind ja auch Männer auf dem Bild...", "...die hatte ich grad gar nicht gesehen...", etc., etc.
Mir hingegen platzen gleich ein paar Äderchen, weil ich immer noch versuche, NICHT zu lachen...erschwerend kommt hinzu, dass ich nun auch die zwei Jungs auf dem Bild wahrnehme...wovon der mittlere durch die Haltung seiner Hand schon fast andeutet, als wollte er ihre Brust abwiegen...
...alleine bei der Vorstellung kann ich nicht mehr an mich halten und fange reflexartig an zu husten...
...dabei sehe ich den anderen Typen am linken Bildrand, der (und jetzt bitte ganz genau auf dem Bild nachprüfen, was ich sage) MIT SEINEM FINGER AUF DIE LINKE FRAUENBRUST ZEIGT, WO SICH MEHR ODER WENIGER ÜBERDEUTLICH EIN RAUSGUCKENDER NIPPEL BEMERKBAR MACHT! Passend dazu hat er ein debiles Grinsen im Gesicht, wozu zu guter Letzt nur noch eine Sprechblase mit dem Inhalt "...höhö...Titten..." fehlt.
Aber es hat immer noch niemand aus dem Plenum die Frage beantwortet...ob ich mich einfach melde und mit debilem Gesichtsausdruck "...höhö...Titten..." sage? Warum sagt denn eigentlich sonst niemand was?
Doch da ist es auch schon zu spät: Der Dozent beantwortet seine Frage selbst...mit einem wissenschaftlich angemesseneren Ausdruck:
"...man sieht doch, dass hier das Hauptaugenmerk auf dem Dekolleté liegt..."
Puh, das ist meine Rettung...der Begriff "Dekolleté" klingt schon gleich viel unlustiger. Somit habe ich auch die Möglichkeit, mich wieder ein wenig zu fangen.
Was mich an dieser Stelle aber ganz dringend interessieren würde: Gibt es eventuell eine tiefergehende Bedeutungsinterpretation dieses Bildes, welches meinen dann doch etwas zu männlich-einseitigen Gedankengang untermauert? Kann ja sein, dass Frauen zuerst woanders hingucken...zum Beispiel auf den extravaganten Kopfschmuck der Dame...oder das Instrument in ihrer Hand. Meine einzige weibliche Testperson, der ich dieses Bild zeigte, fragte mich z.B. als erstes: "Warum hat die ein Paddel in der Hand?".
Ich hatte ja gerade schon mal Google nach verwertbarem Material bemüht, aber auf die Schnelle nichts gefunden. Ich tippe ja schon darauf, dass ich nicht der einzige Typ im Plenum war, der diesen Gedanken hatte...
...bzw. HOFFE ich das...
Falls jemand noch etwas analytisch-verwertbares ausgräbt, darf dies hier gerne in den Kommentaren gepostet werden...
Monday, November 21. 2011
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